Gebärden lernen:
Deine Brücke zu gelingender Kommunikation
Wenn die Worte (noch) fehlen, entsteht im Alltag schnell Frust – beim Kind genauso wie bei den Erwachsenen. Als Logopädin und Fachkraft für Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) weiß ich: Gelingende Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Gebärden sind dabei keine Notlösung, die das Sprechen verhindern. Im Gegenteil! Sie nutzen die natürliche neurologische Verbindung zwischen unseren Händen und unserem Mund. Sie geben Kindern eine Stimme, fördern das Sprachverständnis und schenken echte Erfolgserlebnisse, noch bevor die Lautsprache ausreicht.
Egal, ob du mit einem Kleinkind, einem Kind mit Behinderung oder im Kindergarten bei Sprachbarrieren gebärden möchtest: Der Einstieg ist leichter, als du denkst.
Die 5 Säulen für erfolgreichen Gebärdeneinsatz im Alltag
Damit LUG wie von selbst Teil eures Lebens wird, habe ich ein praxiserprobtes Konzept aus 5 Säulen entwickelt. Hier ist dein erster Fahrplan:
- Säule 1: Modelling (Vorleben ohne Druck) Kinder lernen durch Beobachten. Gebärde konsequent als gutes Vorbild, aber erwarte nicht, dass das Kind sofort mitmacht. Bleib absolut anforderungsfrei – Sprechen und Gebärden lernen braucht Geduld und Freude, keinen Druck!
- Säule 2: Nutze das Kernvokabular Starte nicht mit Hunderten von Hauptwörtern. Konzentriere dich zu Beginn auf die kleinen, mächtigen Wörter, die 80 % unserer täglichen Sprache ausmachen (wie z. B. „nochmal“, „fertig“ oder „mehr“). Damit bewirken Kinder am schnellsten eine Veränderung in ihrer Welt.
- Säule 3: Integriere Gebärden in Alltagssituationen Du musst keine künstlichen Übungszeiten schaffen. Nutze die Routinen, die sowieso da sind: beim Begrüßen, am Essenstisch, beim Wickeln, beim Singen von Liedern oder beim gemeinsamen Anschauen von Bilderbüchern.
- Säule 4: Wiederholen, wiederholen, wiederholen Ein Kind muss ein Wort oder eine Gebärde dutzende Male in verschiedenen Kontexten sehen, um das Bewegungsmuster und die Bedeutung im Gehirn abzuspeichern. Variiere deine Gebärden spielerisch im Alltag – es gibt hier kein „zu viel“!
- Säule 5: Unterstütze bedeutsame Wörter & finde Gebärdennamen Wähle Gebärden, die dein Kind emotional berühren (z. B. das absolute Lieblingsthema wie Fahrzeuge oder wichtige Bezugspersonen). Ein besonderes Highlight für die Identität des Kindes ist ein eigener Gebärdenname – quasi ein visueller Spitzname, der ganz typische Merkmale aufgreift.
Du willst tiefer einsteigen und direkt loslegen?
Dieser Überblick ist dein Fundament. In meinem 5-Tage-E-Mail-Kurs gehen wir bei jeder dieser Säulen ans Eingemachte: Du erhältst konkrete Tipps, detaillierte Praxisanleitungen für den Alltag, vorgefertigte Gebärdensammlungen (z. B. zu den Themen Essen, Gefühle und Tiere) und erfährst genau, wie du alle Bezugspersonen erfolgreich mit ins Boot holst.
Mein Herzens-Tipp für die Praxis: Manchmal ist es schwer, Gebärden nur von statischen Bildern abzulesen. Die wunderbaren Daumenkinos von Talking Hands erwecken die Gebärden der Deutschen Gebärdensprache (DGS) zum Leben! Sie machen Kindern wie Erwachsenen riesigen Spaß und fördern ganz nebenbei die Feinmotorik.
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